Unlösliche Ballaststoffe verbessern den Blutglukosewert bei Prä-Diabetes Typ 2

Epidemiologische Beobachtungsstudien legen einen Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit vielen unlöslichen Ballaststoffen und der Prävention des Typ-2-Diabetes nahe. Bisher war aber unklar, ob dieser Effekt wirklich durch die Ballaststoffe oder durch den damit häufig verbundenen gesünderen Lebensstil vermittelt wird. Eine Arbeitsgruppe am Deutsche Institut für Ernährungsforschung wies anhand von Daten einer aktuellen doppelblinden, randomisierten kontrollierten Interventionsstudie an 180 PatientInnen nach, dass ein hoher Verzehr unlöslicher Ballaststoffe sich tatsächlich günstig auf den Blutglukosewet  auswirkt.

Die Patientinnen – alle mit Prädiabetes – bekamen alle eine identische Ernährungsberatung. Die eine Hälfte erhielt über zwei Jahre täglich zweimal unlösliche, auf Hafer basierende Ballaststoffe in Form eines Trinkpulvers. Die andere Hälfte erhielt währenddessen nur ein Placebo, also ein Trinksupplement  ohne Ballaststoffe. Blutzuckerbelastungstests und weitere Blutuntersuchungen sollten Veränderungen im Stoffwechsel anzeigen.

Die Daten aus den Untersuchungen zeigen, dass es Subgruppen von Patienten gibt, die besonders stark von den Ballaststoffen profitieren. So verbesserten sich insbesondere bei Probandinnen und Probanden mit einem zusätzlich erhöhten Nüchternblutzucker die Glukosetoleranz und bei Adipösen  die Entzündungswerte, wenn sie sich in der Ballaststoffgruppe befanden. Da ein erhöhter Nüchternblutglukosewerte oft bei PatientInnen mit Fettleber auftritt, profitieren am meisten von einer hohen Ballaststoffzufuhr. Insbesondere für die Prävention des Typ-2-Diabetes, aber auch für andere Erkrankungen, könnte daher eine individuell angepasste Ernährung sinnvoll sein.

Quelle: Ernährungsumschau, Februar 2020

Frankfurt am Main
Samiyeh Mohammadzadeh Asl